Neufeld Dreifeld-Sporthalle festlich eröffnet

Groß, modern, funktional: In Bad Mergentheim ist nach etwa einem Jahr Bauzeit die neue Dreifeld-Sporthalle am Deutschorden-Gymnasium eröffnet worden.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Symbolische Schlüsselübergabe mit (v.l.) Oberbürgermeister Udo Glatthaar, Schulleiter Christian Schlegl und Stadtbaudirektor Bernd Straub.

 

 

Damit hat die Stadt das 3,7-Millionen-Euro-Projekt planmäßig abgeschlossen. Offiziell eingeweiht wurde die Halle am „Tag des Sports“, an dem sich jährlich die Vereine präsentieren und zum Mitmachen einladen. Als Teil dieses großen Erlebnisprogramms konnte auch die neueste Sportstätte in Bad Mergentheim erstmals von der Öffentlichkeit erkundet werden.

 

An gleicher Stelle stand vormals die zuletzt stark sanierungsbedürftige Zweifeld-Halle aus den 60er Jahren. Diese musste bereits im Herbst 2014 gesperrt werden, weil die rechnerische Standfestigkeit nicht mehr gewährleistet war. Von nun an werden die Schüler, Sporttreibenden und Besucher von einer ganz neuen und auf drei Felder gewachsenen Sporthalle empfangen. Gebaut ist sie als Stahlkonstruktion, die außen und innen voll verkleidet ist. Es gibt eine seitliche Fensterreihe und ein mittiges Dachlichtband sowie die vollständige Ausstattung, um alle Anforderungen des Schul- und Vereinssports zu erfüllen.

 

Oberbürgermeister Udo Glatthaar erklärte: „Wir senden als Stadt mit dieser mutigen Investition ein starkes Signal für den Bildungsstandort und die Sport-Stadt Bad Mergentheim!“ So sei nun einerseits das Deutschorden-Gymnasium als Hauptnutzer mit einer modernen Anlage für die vielfältigen Sportangebote optimal aufgestellt. Aber auch die Sportvereine würden abends und am Wochenende von den neuen Möglichkeiten und der Erweiterung profitieren. „Das zeigt, dass wir trotz großer Herausforderungen an vielen Stellen weiter anpacken und die wachsende Stadt mit einer guten Infrastruktur in die Zukunft entwickeln“, so der OB, der bei dieser Gelegenheit auch auf die laufende Arbeit an einem Sportstättenentwicklungskonzept für ganz Bad Mergentheim verwies. (siehe Hintergrund)    

 

Udo Glatthaar betonte besonders, dass in enger Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat bei den Kosten eine wirtschaftlich sehr gute Lösung gefunden werden konnte. Nachdem zunächst kein Bau innerhalb des gesetzten Kostenlimits von 4,5 Millionen Euro möglich schien, konnte dies durch den Kauf der fertigen Planung für eine im Landkreis Mainz-Bingen bereits realisierte Halle doch noch deutlich unterboten werden. „Damit ist diese Sporthalle auch ein Beispiel dafür, dass wir mit Augenmaß, Sparwillen und sorgfältiger Kostenkontrolle investieren“, erklärte er.

 

Der Oberbürgermeister dankte dem Gemeinderat, den Verantwortlichen des Bauamtes – vor allem Stadtbaudirektor Bernd Straub und Hochbau-Chef Michael Wolfmeyer – sowie allen Projektbeteiligten. Stellvertretend nannte er Mathias Gey vom Architektur- und Ingenieurbüro „Gey & Partner“ aus Tauberbischofsheim, das die Bauleitung Hochbau inne hatte. Insgesamt waren sieben Ingenieurbüros und 26 Handwerksbetriebe an dem Projekt beteiligt. Den Lehrern und Schülern des „DOG“ dankte Udo Glatthaar für das Verständnis und die vielen Improvisationen im Schulsport während der vergangenen vier Jahre.

 

Tatsächlich habe die Aufteilung auf viele Ausweich-Sportstätten „zu einer erheblichen Mehrbelastung für alle Beteiligten“ geführt, blickte Schulleiter Christian Schlegl zurück. Zuletzt habe man mangels freier Hallen sogar Sportstunden streichen müssen, was nun aber zum Glück vorbei sei. „Die neue Halle bietet alles, was wir für unseren Sportunterricht benötigen!“, freute sich der Schulleiter. Vor allem die Fachschaft Sport habe Planung und Bau nicht nur interessiert verfolgt, sondern wo immer es ging auch mit Rat und Tat unterstützt.

 

Stadtbaudirektor Bernd Straub stellte die wichtigsten Daten und Fakten zur neuen Sporthalle vor. Sie ist gut 46 Meter lang und knapp 30 Meter breit. Im Sportbereich wird bis an die Unterkante der beiden Trennvorhänge eine Höhe von sieben Metern erreicht. Insgesamt beträgt die Nutzfläche rund 1.800 Quadratmeter, der Rauminhalt kommt auf ein Volumen von 17.000 Kubikmetern.  

 

Das Gebäude entspricht neuesten Standards der Energieeinsparung (EnEV 2016) und wird zudem auch noch eine Photovoltaikanlage aufs Dach bekommen. Abseits des eigentlichen Hallenraums gibt es sechs Umkleideräume, vier Duschräume, WC-Anlagen, drei Umkleideräume für Lehrer und Betreuer, einen Regieraum mit Teeküche sowie eine Dusche und WC. Barrierefreier Zugang zum Gebäude ist gewährleistet.

 

Über Datenleitungen ist die Sporthalle mit dem Schulgebäude vernetzt. Von dort kommt auch die Fernwärme für die Lufterhitzer der Halle. Zu deren elektronischer Ausstattung gehören Anlagen für Durchsagen, eine große Spielstandsanzeige sowie eine effiziente Beleuchtungssteuerung über Bewegungsmelder. Errichtet worden sei das gesamte Gebäude innerhalb eines Zeitraums etwa von einem Jahr, so Bernd Straub. Dabei habe es keine Unfälle gegeben.

 

Die Gesamtkosten für das Projekt werden – inklusive Abriss der alten Sporthalle – bei gut 3,7 Millionen Euro liegen, so die Kostenprognose. Die Stadt Bad Mergentheim bekommt vom Land Baden-Württemberg eine Investitionshilfe aus dem Ausgleichstock 2017 in Höhe von 775.000 Euro sowie eine Zuwendung aus dem kommunalen Sportstättenförderprogramm 2017 in Höhe von 600.000 Euro (verbleibender Anteil Stadt: 2,325 Millionen Euro). In diese Gesamtkosten ist auch das zweite Beachvolleyballfeld mit eingerechnet, das der Gemeinderat im Januar beschlossen hatte und das baulich bereits fertiggestellt ist. Restarbeiten an den Außenanlagen folgen noch.  

 

Der Schul- und Vereinssport beginnt am 20. Mai. Der Belegungsplan für die neue Sporthalle ist bereits jetzt randvoll.

 

 

Hintergrund: Sportstättenentwicklungskonzept

 

 

Seit Oktober 2018 arbeitet die Stadt an einem Sportstättenentwicklungskonzept. Im Vorfeld hat bereits eine ausführliche Befragung und Bestandsaufnahme stattgefunden. Beteiligt an den  Sitzungen und Workshops sind neben der Stadtverwaltung auch Schulen und Vereine sowie Vertreter der Gemeinderatsfraktionen. Realisiert wird die Sportstättenentwicklungsplanung in Zusammenarbeit mit dem Institut „ikps“ (Institut für kooperative Planung und Sportentwicklung). Dabei geht es um die benötigten Hallen für den Schul- und Vereinssport, um Bewegungsräume wie Sportplätze und andere Orte; auch ein Szenario für Sport und Bewegung in Bad Mergentheim im Jahr 2030 wird entwickelt. Die Teilnehmer diskutieren mit den externen Fachleuten Ziele und Handlungs-Empfehlungen und priorisieren diese. Die Stadt Bad Mergentheim benötigt ein solches Konzept auch, um künftig Fördermittel für Bau- und Sanierungsprojekte beantragen zu können. Die Ergebnisse werden dem Gemeinderat voraussichtlich in der September-Sitzung öffentlich vorgestellt.

 

 

Hintergrund: Der Weg zur neuen Sporthalle

 

 

Die wichtigsten Stationen im chronologischen Überblick:

 

 

Oktober 2014             
Die alte Sporthalle am Deutschorden-Gymnasium muss gesperrt werden, da keine rechnerische Standsicherheit für das Gebäude mehr besteht. Schule und Vereine müssen behelfsmäßig auf andere Sporthallen in Bad Mergentheim und Igersheim ausweichen.

 

 

Mai 2015                    
Der Gemeinderat beschließt (nachdem Möglichkeiten der Sanierung geprüft und verworfen worden sind) ein europaweites Vergabeverfahren. In dessen Zuge wird jedoch kein für die Stadt zufriedenstellendes Angebot gefunden und das Verfahren wird ein Jahr später formal eingestellt.

 

 

Juni 2016                   
Vertreter von Gemeinderat und Stadtbauamt besichtigen die Referenzhalle in Nieder-Olm (Landkreis Mainz-Bingen) und lassen sich von den sehr guten Erfahrungen berichten, die man dort mit der Konstruktion macht.

 

 

November 2016         
Baubeschluss durch den Gemeinderat.

 

 

Dezember 2016         
Das Stadtbauamt erstellt auf Basis dieser Planungen eine eigene Entwurfsplanung mit Kostenberechnung und bereitet die Förderanträge vor.

 

 

Ab Juni 2017              
Beginn der Ausschreibungen und Vergaben, zunächst wird der Abbruch der alten Sporthalle in Auftrag gegeben.

 

 

Juni 2018                   
Mit dem Beginn der Stahlbau-Arbeiten nimmt die neue Sporthalle Gestalt an.

 

 

Mai 2019         
Eröffnung und Inbetriebnahme des neuen Gebäudes bewegen sich im Rahmen des ursprünglich vorgelegten Zeitplans.